Feine Plätze und Ecken - rund ums Basislager

Wer vielleicht gerade nicht die Zeit oder die Lust hat so richtig weit zu fahren, findet quasi vor der Haustür erstaunlich viele schöne Ecken für seine Draussen-Zeit. Zugegeben: So richtig gebirgig ist es hier nicht, war es nie und wird es vermutlich auch niemals werden. Aber: Wellige Landschaftsprofile hat es hier reichlich, es ist wunderbar grün und erstaunlich abwechslungsreich.

Meine aktuellen Lieblingsecken habe ich hier zusammengestellt. Manches Gebiet ist von der Größe her eher für kurze Touren geeignet. Andere Ecken lassen sich dagegen wunderbar als Tages- oder Mehrtagestouren entdecken. Langweilig ist es mir hier bisher noch nicht geworden - es gibt genug Raum und Möglichkeiten für Erlebnisse und Mikro-Abenteuer.

Hohe Mark

Die Hohe Mark: 1040 Quadratkilometer groß, nördlich des Ruhrgebiets, südwestliches Münsterland. Bis vor kurzem kannte ich die Ecke nur aus der Bahn- oder Autobahnperspektive. Das war sehr nachlässig! Geologisch und landschaftlich sehr reizvoll und mit einem gut ausgebauten Netz an sehr abwechslungsreichen Wander- und Radwegen. Die Beschilderung und Markierungen hingegen finde ich persönlich eher durchschnittlich. Immerhin gibt es GPS-Daten zu Download für den (wohl noch nicht ganz beschilderten) Hohe-Mark-Steig. Ansonsten hilft GPSies - einfach suchen.

Ruhrtal

Erstaunlich grün, erstaunlich hügelig (je näher an der Ruhrquelle) - der RuhrtalRadweg. Auf rund 240 km Länge geht es (gut beschildert) von der Quelle bei Winterberg bis zur Mündung nach Duisburg. So fahren die meisten. Meine Empfehlung und sportlich anspruchsvoller ist es genau umgekehrt zu fahren: Aus der Metropole Ruhr langsam aber sich ins Mittelgebirge. Die Zu-Fuß-Variante nennt sich Ruhrhöhenweg und verläuft über 219 wellige Kilometer - etwas abseits der Radwege. Steht schon auf der Wunschliste.

Teutoburger Wald

Bis zu einer Höhe von 446 m geht es hier. Historisch aufgeladen durch wichtige Schlachten und touristisch sehr gut erschlossen - unverlaufbar markierte und ausgeschilderte Wege. Letzteres hat den Effekt, dass es hier gerade an Wochenenden nicht wirklich ruhig zugeht. Dennoch: Ein Ausflug in den Teuto macht immer wieder Freude. Ob als Fernwanderer auf dem Hermannshöhen Weg mit seinen rund 160 km. Oder auf den Rundwanderwegen mit Namen Teutoschleifen.

Neandertal

Früher mal war es eine knapp 1 km lange Schlucht. Der Kalkabbau im 19 Jh. hat sie überflüssigerweise zerstört. Um die Region über den Fund des Neandertalers hinaus touristisch aufzuwerten, hat man das Gebiet etwas vergößert und mit einem reichlichen Angebot an Rund-, Fern- und Themenwanderungen ausgestattet. Will heissen: Da ist eine Menge los. Aber die Landschaft entschädigt auf jeden Fall.